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Kultur & Freizeit

Veröffentlicht am 21.08.2020, Mühlbach

Eppingen VorOrt: Mühlbach

Das Steinhauerdorf am Himmelsbach

von EPPINGEN.org Redaktion

Mühlbach / Foto: Archiv
Mühlbach / Foto: Archiv

1290 wurde Mühl­bach das erste Mal ur­kund­lich erwähnt, als Hein­rich von Brettach eine Ma­ri­en­ka­pel­le am Mühl­bach dem Wi­hel­mi­ten­klos­ter schenk­te. Ur­sprüng­lich exis­tier­te ein Obermuh­len­bach und ein Un­termuh­len­bach. Bis dahin exis­tier­te auf der Ge­mar­kung ein Fronhof namens Wi­te­go­wen­hu­sen. Im 14. Jahr­hun­dert erwarb Ep­pin­gen die beiden Weiher und später auch das Kloster und seine Güter. Anfang des 19. Jahr­hun­derts wurde Mühl­bach zur selbst­stän­di­gen Ge­mein­de. Bald schon prägte das Stein­hau­er­ge­wer­be auf­grund des Schilfsand­steins die wirt­schaft­li­che und soziale Ent­wick­lung des Ortes. 1972 wurde Mühl­bach als größter Stadt­teil Ep­pin­gens ein­ge­mein­det.

Mühlbacher Sandsteinpfad / Foto: Archiv
Mühlbacher Sandsteinpfad / Foto: Archiv

Mühl­bach und der Sand­stein

Die Ge­schich­te Mühl­bachs ist un­mit­tel­bar ver­knüpft mit dem Sand­stein­ab­bau. 1370 wurden die Stein­brü­che im Mühl­ba­cher Wald erst­mals ur­kund­lich erwähnt. Er brachte den Mühl­ba­chern Wohl­stand – aber auch Leid. Die Marke „Mühl­ba­cher Sand­stein“ war weit­läu­fig bekannt, so wurde zum Bei­spiel der Ba­di­sche Bahnhof in Basel und der Kö­nigs­bau in Stutt­gart aus dem hier ab­ge­bau­ten Sand­stein erbaut. Doch alt ge­wor­den sind die we­nigs­ten Mühl­ba­cher. Häufig litten die Ar­bei­ter um die Wende des 19. Jahr­hun­derts an einer Staub­lun­ge und ver­star­ben früh. Zu der Blü­te­zeit des Sand­stein­ab­baus waren in Mühl­bach zahl­rei­che Kneipen an­ge­sie­delt. Viele Ehe­frau­en mussten daher schnell den Lohn ver­ste­cken, denn so mancher Ehemann versoff das gesamte Geld bereits am Zahltag. Ging der Sand­stein­ab­bau infolge des Ersten Welt­kriegs und der Ver­wen­dung anderer Ma­te­ria­li­en wie Beton stark zurück, so wurden zur Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus für die Mo­nu­men­tal­bau­ten wieder große Mengen an Sand­stein in den Mühl­ba­cher Stein­brü­chen ab­ge­baut.

Steinhauermuseum Mühlbach / Foto: Archiv
Steinhauermuseum Mühlbach / Foto: Archiv

Ge­schich­te er­leb­bar: Stein­hau­er­mu­se­um & Sand­stein­pfad

1998 wurde das Stein­hau­er­mu­se­um im his­to­ri­schen Rat- und Schul­haus von 1903 er­öff­net. Auf 120 Qua­drat­me­ter wird in der Zweig­stel­le des Stadt- und Fach­werk­mu­se­ums „Alte Uni­ver­si­tät“ die Ge­schich­te der Stein­brü­che und des Stein­hau­er­ge­wer­bes erzählt. Auf seinem Vor­platz finden jähr­lich wech­seln­de Skulp­tu­ren­aus­stel­lun­gen statt. Im Ju­bi­lä­ums­jahr können Be­su­cher zu­sätz­lich die alte Schmie­de be­sich­ti­gen. Hier wurde das Werk­zeug der Stein­hau­er an­ge­fer­tigt und re­pa­riert.

Seit 2010 ist das Museum auch der Start­punkt des Sand­stein­pfa­des. Im No­vem­ber 2017 wurde der zweite Teil fei­er­lich ein­ge­weiht, sodass der Pfad nun etwa auf 1,2 Ki­lo­me­ter kommt. Der ver­län­ger­te Sand­stein­pfad reicht nun vom Stein­hau­er­mu­se­um entlang der in­ner­ört­li­chen Klein­gar­ten­land­schaft bis zur Haupt­stra­ße und kann als vor­ge­zo­ge­ner Beitrag für die Gar­ten­schau 2021 ver­stan­den werden. An vielen Sta­tio­nen wird der Abbau und die Be­ar­bei­tung des Schilfsand­steins dar­ge­stellt. Säulen, Ba­lus­tra­den, Skulp­tu­ren und ein Ku­ckucks­brun­nen säumen den Weg. Viele Künst­ler fer­tig­ten dazu ihre Ar­bei­ten eh­ren­amt­lich an, die Stadt trug le­dig­lich die Ma­te­ri­al­kos­ten. Auf der Wunsch­lis­te steht noch eine dritte Etappe von der Haupt­stra­ße zum Mühl­ba­cher See und in Rich­tung Mühl­ba­cher Sand­stein­brü­che. Diese dritte Etappe stellt den ei­gent­li­chen Anfang da, sodass der Weg vom Stein­bruch zum Kunst­werk führt.

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