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Veröffentlicht am 09.07.2020, Eppingen

Historisches Eppingen

Eingebettet zwischen den Hügeln des Kraichgaus liegt die tausendjährige Fachwerkstadt Eppingen.

von EPPINGEN.org Redaktion

EPPINGEN.org

Die Na­mens­en­dung -ingen lässt auf die Grün­dung des heu­ti­gen Ortes zur Zeit der Völ­ker­wan­de­rung schlie­ßen. Funde frän­ki­scher Rei­hen­grä­ber und weitere Sied­lungs­spu­ren belegen eine Sied­lung zwi­schen dem 6. und 8. Jahr­hun­dert. Dennoch wurde Ep­pin­gen erst spät, nämlich im Jahr 985, ur­kund­lich erwähnt.

Otto III. schenkte in diesem Jahr das Reichsgut Eppingen an das Bistum Worms. Im 11. Jahrhundert befand es sich im salischen im darauffolgenden im stauffischen Besitz. Im Jahre 1188 wurde Eppingen im Seligenstädter Vertrag als „burgum“, befestigter Ort, bezeichnet. 1219 als Civitas, Stadt im rechtlichen Sinne. 1364 und 1413 wird von einer Burg bzw. Schloss in Eppingen berichtet. Später fehlen jedoch Angaben von diesem. 1462 fiel Eppingen an die Kurpfalz. Ab 1469/70 war die Stadt an Hans den Reichen und seine Schwester Metz von Gemmingen verpfändet. Bis 1520 blieben sie in Besitz des Pfandes. Im Bauernkrieg (1524-26) wurde die Stadt gebrandschatzt, da sich der Eppinger Kaplan Anton Eisenhut den aufständischen Bauern anschloss.

Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte die Stadt eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Eine Lateinschule und eine große Pfarrkirche entstanden. 1564/65 war die Alte Universität aufgrund der grassierenden Pest das Ausweichquartier der Universität Heidelberg.

Eppinger Linien

In den folgenden Jahrhunderten litt Eppingen unter den Kriegen, da es ein wichtiges strategisches Zentrum war. Im Dreißigjährigen Krieg ereigneten sich so manche Plünderungen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg befand sich ab 1639 zwischen Eppingen und Stebbach das Hauptlager der deutschen Reichsarmee. Von 1695 bis 1697 erfolgte die Errichtung der Eppinger Linien. 1803 wurde Eppingen dem Großherzogtum Baden zugeteilt und hatte zwischen 1813 und 1924 den Sitz des badischen Bezirksamtes. Die Stadt wurde dem Bezirksamt Sinsheim zugeordnet. 

Nur zögerlich schritt die Industrialisierung voran. Die wenigen im Eppinger Raum ansässigen Fabriken verarbeiteten landwirtschaftliche Produkte oder waren von ihr abhängig. Der allgemeine wirtschaftliche Niedergang nach dem Ersten Weltkrieg hemmte die weitere Entwicklung in der Zwischenkriegszeit. Viele Eppinger wählten in der Folge nationalsozialistisch. Im Zweiten Weltkrieg erfolgte durch Fliegerangriffe und Beschuss die völlige Beschädigung von rund hundert Gebäuden, weitere hundert Gebäude wurden mittel bis schwer beschädigt.

Wappen Stadt Eppingen
Erste Erwähnung 985 n.Chr.
Höhe 199 m ü.N.N
Fläche 88,59 km²
Einwohner 21.819
Einwohner: Kernstadt ca. 11.281 Einwohner
Besonderheit 3 Verkehrsverbünde
Größter Verein VfB Eppingen
 

In der Nachkriegszeit erlebte Eppingen eine strukturelle Veränderung durch die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete. 1971/72 wurden die sechs umliegenden selbstständigen Gemeinden Adelshofen, Elsenz, Kleingartach, Mühlbach, Richen und Rohrbach eingegliedert. Bis zur Kreisreform 1973 gehörte Eppingen weiterhin dem Landkreis Sinsheim an. Von diesem Zeitpunkt an war es dem Landkreis Heilbronn zugeordnet. Während die badische Stadt nunmehr vom württembergischen Stuttgart aus verwaltet wird, gehören die hiesigen Kirchen und Vereine weiterhin ihrem badischen Dachverband an. Eppingen ist nach Neckarsulm die zweitgrößte Stadt des Landkreises und seit 2002 Große Kreisstadt.

Merian
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