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Veröffentlicht am 25.03.2020, Eppingen

Fachwerstadt mit Pfiff

Eppingen ist überregional für seine historischen Fachwerkhäuser bekannt.

von EPPINGEN.org Redaktion

Fachwerk
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In Mit­tel­al­ter­li­cher Reichs­stadt­ro­man­tik drängen sich die ale­man­ni­schen und frän­ki­schen Häu­ser­zei­len rund um den Pfeif­fer­turm dicht an dicht: Ep­pin­gen ist eine Fach­werk­stadt mit Pfiff.

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St. Petergasse
 
 

Fach­werk­stadt mit Pfiff

Alte Uni­ver­si­tät

Die Alte Uni­ver­si­tät ist das größte und mit seinen 22,5 Metern auch höchste Fach­werk­haus Ep­pin­gens. Jah­re­lang ver­nach­läs­sigt, stand 1983 der Abriss des Ge­bäu­des, in dem zur Zeit der Pest, die Hei­del­ber­ger Uni­ver­si­tät – genau ge­nom­men ein Teil der Ar­tis­ten­fa­kul­tät – un­ter­ge­bracht war, zur Debatte. Wenn auch nicht ganz leicht­fü­ßig, ent­schloss man sich damals zur Sa­nie­rung. Während dieser Ar­bei­ten kam auch das wahre Alter des Hauses zum Vor­schein. 1495 gilt als Ge­burts­jahr des spät­mit­tel­al­ter­li­chen Kauf­hau­ses, welches unter der Herr­schaft der Frei­herrn von Gem­min­gen erbaut wurde. Das Erd­ge­schoss diente als städ­ti­sches Fleisch- & Schlacht­haus. Im ersten Stock befand sich ein Saal für Ver­an­stal­tun­gen und Hoch­zei­ten. Auf drei Spei­cher­ge­schos­sen wurde Ge­trei­de, in zwei Kellern der Wein ge­la­gert, denn Pacht wurde als Na­tu­ral­ab­ga­be ge­leis­tet.

Alte Universität
Alte Universität
 

Nachdem das Gebäude später zeit­wei­se als Trup­pen­quar­tier diente, wurde es im Besitz von Johann Georg Rieger 1749 zu einem Wohn­haus um­ge­baut. Auch eine Zi­gar­ren­fa­brik fand sich unter den Be­sit­zern (um 1880), die jedoch 1913 an den Orts­rand zog. Un­rühm­li­cher ist die Ge­schich­te des 20. Jahr­hun­derts: In den 1920er Jahren wurde das Haus ver­putzt. Vom Fach­werk nichts mehr zusehen! Die wech­seln­den Ei­gen­tü­mer wirkten dem lang­sa­men aber ste­ti­gen Verfall nicht ent­ge­gen. 1955 geben die Ei­gen­tü­mer frei­wil­lig Raum zur Ein­rich­tung einer Hei­mat­stu­be im Erd­ge­schoss ab. Die Stadt Ep­pin­gen erwarb das Gebäude 1973. Aus­stel­lun­gen, zum Bei­spiel zur Post­ge­schich­te oder zur Stauf­fer­zeit, er­folg­ten. Die not­wen­di­ge Sa­nie­rung glich einem Neubau. Balken wurden zum Gro­ß­teil ersetzt, wind­schie­fes Gebälk wieder ge­ra­de­ge­rückt. Zur 1000-Jahr­fei­er im Jahr 1985 bleibt die Bau­stel­le ver­hüllt. Nicht nur Geld, sondern auch so einige Nerven kostete die Sa­nie­rung der Alten Uni­ver­si­tät: Zu fri­sches Holz wurde verbaut. Der Zim­me­rer ging pleite. Am 28. No­vem­ber 1987 konnte sie schlie­ß­lich ein­ge­weiht werden. Dennoch über­wiegt die Freude über ein Wahr­zei­chen der Stadt, die heute das Stadt- und Fach­werk­mu­se­um be­hei­ma­tet.

Alte Post

Am Rande des Markt­plat­zes thronen die Dop­pel­gie­bel der 1515/1588 er­rich­te­ten „Alten Post“. Erbaut auf dem freien Platz vor dem Pfeif­fer­turm war hier aus­rei­chend Platz – auch für die Pferde, ohne die der da­ma­li­ge Post­be­trieb un­mög­lich war. 

1783 waren in Ep­pin­gen zehn Post­pfer­de und drei Kut­schen sta­tio­niert. Die rechte Hälfte wurde 1515 gebaut und erhielt 1717 eine ba­ro­cki­sie­ren­de In­nen­aus­stat­tung. Die linke Hälfte stammt aus dem Jahr 1588. 

Alte Post
Alte Post
 

Sie besitzt ein voll­ende­tes Re­nais­sance­fach­werk mit pro­fi­lier­ten Stock­werks­ver­kra­gun­gen, reicher Or­na­men­tik und Schnit­ze­rei im Gie­bel­tra­pez sowie dem Frat­zen­kopf.

Backerhaus
Backerhaus

Bä­cker­haus

Das Bä­cker­haus in der Ep­pin­ger  Alt­stadt­stra­ße ist das älteste bisher be­kann­te Fach­werk­haus im Kraich­gau. Es wurde um 1412 erbaut. Es ist das frü­hes­te Bei­spiel für die Stock­werks­bau­wei­se im Kraich­gau. Cha­rak­te­ris­tisch hierfür sind die schlan­ken Hölzer im Au­ßen­wand­ge­fü­ge. An der Trauf­sei­te erkennt man, dass ur­sprüng­lich auch das Erd­ge­schoss als Fach­werk gebaut wurde. 

Das Schwe­bel­gie­bel­haus ist um 1450 erbaut worden. Die dem Stein­bau ent­lehn­ten go­ti­schen Schnit­ze­rei­en und die Boh­len­bal­ken­de­cke im ersten Stock be­kräf­ti­gen diese Annahme.

 

Das Bau­mann­sche Haus

Das Bau­mann­sche Haus von 1582 gilt als eines der schöns­ten Bür­ger-Fach­werk­häu­ser zwi­schen Schwarz­wald und Oden­wald. Be­son­ders schön an­zu­se­hen ist die hoch auf­ra­gen­de Fassade mit den prunk­vol­len Schnit­ze­rei­en aus der Spät­re­nais­sance: Drei­vier­tel­stä­be mit Voluten, Flecht- und Band­werk, Ro­set­ten und Pal­met­ten, ge­bo­ge­ne Bänder und kleine An­dre­as­kreu­ze mit aus­ge­putz­ten Augen. 

Bund- und Eck­stän­der sichert der „Frän­ki­sche Mann“. Über dem mas­si­ven Un­ter­ge­schoss aus gelb­li­chem Sand­stein, mit ab­ge­schräg­ter Stra­ßen­ecke, erheben sich zwei Fach­werk­ge­schos­se, wobei der obere zu den Stra­ßen­sei­ten her­vor­kragt und auch der drei­ge­schos­si­ge Giebel dreimal über­kragt.

Baumannsche Haus
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