Regioschau Kraichgau
Regioschau Kraichgau
 
 

Kultur & Freizeit

Veröffentlicht am 17.01.2020, Eppingen

Umweltsupport für den Nachwuchs

Wie Eppinger Eltern ihre Kinder unterstützen können

von EPPINGEN.org Redaktion

Foto: stock.adobe.com © tilialucida https://stock.adobe.com/de/images/placard-hans-can-also-learn-what-greta-knows-in-german-language-on-a-global-climate-strike/291975288
Foto: stock.adobe.com © tilialucida https://stock.adobe.com/de/images/placard-hans-can-also-learn-what-greta-knows-in-german-language-on-a-global-climate-strike/291975288

Seinen Kids dabei zu helfen, den Pla­ne­ten auch für ihre Zukunft zu er­hal­ten, ist gar nicht schwer – und fängt schon vor unseren Haus­tü­ren an.

Eltern Ende 2019. Das ist zu­min­dest bei schul­pflich­ti­gen Kids meist gleich­be­deu­tend damit, Er­zie­hungs­be­rech­tig­ter eines Nach­wuch­ses zu sein, der min­des­tens seit diesem Jahr ein mehr oder weniger starkes In­ter­es­se für Um­welt­be­lan­ge ent­wi­ckelt hat. Kein Wunder, Greta Thun­berg ist nur Front­frau einer Mil­lio­nen­be­we­gung U25-Jäh­ri­ger. 

Falsch wäre es, dieses En­ga­ge­ment als kind­lich-ju­gend­li­chen Übermut oder gar pu­ber­tä­res Mit­läu­fer­tum abzutun. Das ver­tieft nur unnötig in­ter­ge­ne­ra­tio­nel­le Gräben. Besser ist es, „er­wach­se­ne Ver­nunft“ zu nutzen, um den Nach­wuchs zu un­ter­stüt­zen und auch zu zeigen, dass Um­welt­schutz nicht in fernen Ta­ge­bau­ten und Kraft­wer­ken beginnt, sondern bei uns – in Ep­pin­gen. Fünf Tipps, wie es gehen kann, zeigen wir jetzt.

1. Fa­mi­liä­re Müll­trans­pa­renz schaf­fen

Wie viel werfen wir weg? 2016 mussten wirin einem Artikel fest­stel­len, dass es pro Kopf und Jahr 82 Ki­lo­gramm sind – allein Le­bens­mit­tel wohl­ge­merkt! Hinzu kommen gut 225 Kilo Ver­pa­ckungs­müll. An­ge­sichts solcher Müll­ber­ge kann der viel­leicht fa­mi­li­ärs­te Anfang darin be­stehen, damit zu be­gin­nen, nur für eine Woche täglich zu wiegen, was jedes Fa­mi­li­en­mit­glied in die Tonne gibt – dabei wird sich meist jedes Mit­glied be­trof­fen an die eigene Nase fassen müssen.
Doch die Trans­pa­renz kann viel nützen: Denn das, was in be­son­ders hohen Mengen ent­sorgt wird, kann künftig von allen weniger gekauft werden. Und Eltern können als gutes Bei­spiel vor­an­ge­hen (auch mit Er­in­ne­rung durch den oft un­gleich um­welt­be­wuss­te­ren Nach­wuchs) und ziel­ge­rich­tet ver­pa­ckungs­los kaufen.

2. Die FFF-Ar­beit un­ter­stüt­zen

Fridays for Future – FFF oder F4F. Das ist nichts anderes, als die wahr­schein­lich größte Ju­gend-Pro­test­be­we­gung aller Zeiten. Und sie hat nicht weniger er­reicht, als globale Zu­kunfts­pro­ble­me vor die Augen einer bislang weit­ge­hend pas­si­ven Welt- und Po­lit-Öf­fent­lich­keit zu zerren. Und sie hält diesen Spiegel un­ge­hemmt und un­über­seh­bar hoch. 

Na­tür­lich, als Eltern ist es durch­aus ver­ständ­lich, die Nase zu rümpfen, wenn der Nach­wuchs zur Demo statt zur Schule will. Hier liegen El­tern­sor­gen um die be­ruf­li­che Kin­des­zu­kunft ver­ständ­li­cher­wei­se näher als das Klima. Aber: Just bei uns kann die hiesige F4F-Orts­grup­pe auch anderes vor­wei­sen als „nur“ Demos. Etwa den Klei­der­tausch im Ju­gend­haus Ende No­vem­ber. Und solche Ak­tio­nen gibt es zuhauf.

Man muss als Eltern nicht aktiv mit­ma­chen. Aber seine Kinder er­mu­ti­gen oder ihnen zu­min­dest zu zeigen, dass man sie ge­wäh­ren lässt, sollte Eh­ren­sa­che sein. Und wenn man beim Vor­be­rei­ten, beim Schil­der­ma­len, beim Sa­ch­en­tra­gen und Co. hilft, ist das auch nicht die schlech­tes­te Vor­ge­hens­wei­se.
Üb­ri­gens: Support kann auch darin be­stehen, in Ent­schul­di­gungs­schrei­ben den wahren Grund für das Fern­blei­ben an­zu­ge­ben: „F4F-Un­ter­stüt­zung“ und keine trans­pa­ren­ten Lügen wie etwa er­fun­de­ne Krank­hei­ten.

3. Vor der Türe an­fan­gen

Kritik gegen die FFF-Ju­gend­li­chen gibt es wie Sand am Meer. Einer der Kri­tik­punk­te lautet: Viele Kids haben nur den ganz großen Maßstab vor Augen: Deutsch­land, Europa, die Welt­mee­re.
Na­tür­lich, „think big“ ist nicht nur eine Wirt­schafts­stra­te­gie. Kli­ma­schutz muss global gedacht werden. Aber wer sich entlang der Land­stra­ßen und Feld­we­ge rings um Ep­pin­gen umsieht, merkt schnell, dass es auch vor unserer Haustür schon Um­welt­pro­ble­me gibt – und dass die jähr­li­che Stadt­rei­ni­gungs­ak­ti­on auch nicht reicht. 

  • Warn­wes­te
  • Gum­mi­hand­schu­he
  • Lange Greif­zan­gen
  • Müll­beu­tel

Mehr braucht es nicht, um mit seinen Kids an Wo­chen­en­den das Um­welt­pro­blem im al­ler­kleins­ten öf­fent­li­chen Kreis an­zu­ge­hen, Gäu und Hardt zu durch­strei­fen oder viel­leicht Elsenz, Gäns­bruch­gra­ben und Co. mittels Ma­gne­ten und Schnur von Me­tall­schrott zu säubern.
Wird sich das aufs globale Klima aus­wir­ken? Messbar sicher nicht. Aber auch große Um­welt­schutz­plä­ne ruhen auf Mil­li­ar­den kleins­ter Säulen wie dieser, denn auch hier läppert es sich zum großen Ganzen.

4. Das Zuhause kennen und lieben lernen

Für wirksamen Umweltschutz braucht es keine weiten Wege. Schon in der Gemarkung findet sich genug, das auf den Müllbeutel wartet. stock.adobe.com © Avanta https://stock.adobe.com/de/images/volunteer-boys-and-men-carry-garbage-litter/152168418
Für wirksamen Umweltschutz braucht es keine weiten Wege. Schon in der Gemarkung findet sich genug, das auf den Müllbeutel wartet./ Foto: stock.adobe.com © Avanta https://stock.adobe.com/de/images/volunteer-boys-and-men-carry-garbage-litter/152168418

Es gibt si­cher­lich na­tur­fer­ne­re, weniger at­trak­ti­ve Orte zum Leben als Ep­pin­gen. Aber mal Hand aufs Herz: Könnten wir Er­wach­se­ne oder unser Nach­wuchs bei­spiels­wei­se direkt sagen, was da für Bäume stehen, wo der Lanzweg unter der B293 durch­führt? Ist das rings um den Ot­ti­li­en­berg ein Misch­wald? Und was wächst da über­haupt?

Tat­sa­che ist, weder die heutige Eltern- noch Ju­gend­ge­ne­ra­ti­on kennt Flora und Fauna ihrer Heimat so, wie es früher noch gelehrt wurde. Warum das so ist, hat viele Gründe, die hier nicht dis­ku­tiert werden müssen. Doch das Problem, das daraus ent­steht, un­ter­schei­det sich kaum vom weg­ge­wor­fe­nen Müll in der Ge­mar­kung: Wer die Natur der ganzen Welt lieben und schüt­zen will, kommt nicht umhin, mit Na­tur­schutz und -liebe in seinem Umfeld an­zu­fan­gen. Und das geht nicht ohne Lernen.

Ein­fa­cher als heute war das noch nie: Im Web gibt es ebenso Hilfen zur Baum­be­stim­mung wie es mit „Pl@​ntNet“ das Ganze auch als App fürs Smart­pho­ne gibt. Denn: Auch wir Eltern ver­ste­hen viel­leicht die Sorgen unserer Kinder besser, wenn wir bei solchen Be­stim­mungs-Streif­zü­gen fest­stel­len, dass auch bei unserer hei­mi­schen Flora manches im Argen liegt – und bereits das ist Aus­druck des Kli­ma­wan­dels.

Üb­ri­gens: Bei diesen Spa­zier­gän­gen kann man auch gleich etwas tun, indem man Neo­phy­ten aus­rei­ßt und im Rest­müll ent­sorgt – eine ganze Reihe ein­ge­wan­der­ter Pflan­zen, die der hie­si­gen Flora teils massive Pro­ble­me be­rei­ten.

5. Zuhause gärt­nern

Familiäres Gärtnern füllt nicht nur die Teller mit leckerstem Biogemüse. Es spart auch jede Menge Energie und CO2 / Foto:. stock.adobe.com © shcherban https://stock.adobe.com/de/images/happy-family-gardening-on-a-sunny-day-small-children-help-mom-plant-sprouts-and-water-the-garden/276775054
Familiäres Gärtnern füllt nicht nur die Teller mit leckerstem Biogemüse. Es spart auch jede Menge Energie und CO2 / Foto:. stock.adobe.com © shcherban https://stock.adobe.com/de/images/happy-family-gardening-on-a-sunny-day-small-children-help-mom-plant-sprouts-and-water-the-garden/276775054

Pflan­zen nehmen CO2 auf, das ist bekannt. Ebenso bekannt ist al­ler­dings auch, dass einige Pflan­zen ziem­lich gut schme­cken. Nicht wenige von uns geben deshalb zwi­schen im Su­per­markt ziem­li­che Summen auf der Suche nach Bio­ge­mü­se aus. 

Muss das sein? Ei­gent­lich nein. Denn Platz ist auf dem kleins­ten Balkon. Und zu­min­dest im Netz gibt es auch Saat­gut­an­bie­ter, die einem ga­ran­tiert gen­tech­nik­freie Grund­la­gen liefern – und oft genug auch Samen, die so aus ver­schie­de­nen Gründen selbst im bio­bäu­er­li­chen Maßstab nicht mehr ein­ge­setzt werden.

Und ganz gleich, ob es eine ein­zel­ne To­ma­ten­pflan­ze im Bal­kon-Ter­ra­kot­ta­topf ist oder direkt fünf mal fünf Meter hinterm Haus, jede Pflanze, die man im eigenen Garten zieht, muss nicht ki­lo­me­ter­weit ent­fernt pro­du­ziert, muss nicht trans­por­tiert, gekühlt und ver­packt werden.

Verwandte Artikel
Weitere Artikel dieses Autors

Zugehöriges Unternehmen

EPPINGEN.org Redaktion

EPPINGEN.org Redaktion

115.000 Mal gesehen!

Wussten Sie, dass Beiträge über unsere Kanäle bis zu 115.000 Personen erreichen?

Werben auf dem Marktplatz

Möchten auch Sie diese Reichweite für Ihre Anzeige nutzen?

KLICKEN LOHNT SICH

Anzeige

EMPFEHLUNGEN DER REDAKTION

MEISTGELESENE ARTIKEL

EIN SERVICE VON

plan IT
 
 

IHR PARTNER FÜR WERBUNG IN DER REGION

EPPINGEN.org Marketing
 
 

ÜBER UNS

EP­PIN­GEN.org ist dein Lo­kal­por­tal für Ep­pin­gen und Um­ge­bung.

Wir be­rich­ten täglich in Wort und Bild über Events,
Fir­men­news, Kul­tu­rel­les und andere wich­tig­te Er­eig­nis­se aus dem Ein­zugs­ge­biet der großen Kreis­stadt Ep­pin­gen.

Kontakt: info@​ep­pin­gen.​org

FOLGE UNS

sofort informiert mit der EPPINGEN.org App!
sofort informiert mit der EPPINGEN.org App!
 
 
loading