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Kultur & Freizeit

Veröffentlicht am 08.01.2019, Eppingen

Es war einmal in Wolhynien

Ein Theaterstück als Spurensuche nach den eigenen Wurzeln

von EPPINGEN.org Redaktion

Wolhynien

Ge­lun­ge­ne Pre­mie­re des Thea­ter­stücks „Es war einmal in Wol­hy­ni­en“

Am 4. Januar feierte das Thea­ter­stück „Es war einmal in Wol­hy­ni­en“ im Evan­ge­li­schen Ge­mein­de­haus Ep­pin­gen seine Pre­mie­re. Die Ge­schich­te handelt von den Ge­schwis­tern Pau­lin­chen und Marik, die ein altes Fa­mi­li­en-Fo­to­al­bum ent­de­cken und sich auf eine auf­re­gen­de Reise in die Ver­gan­gen­heit begeben. Be­glei­tet von ihrer neuen Freun­din Volynia, ent­de­cken sie ge­mein­sam die his­to­ri­sche Land­schaft Wol­hy­ni­en, die im Nord­wes­ten der heu­ti­gen Ukraine liegt. Einst lebten dort viele un­ter­schied­li­che Völker fried­lich mit­ein­an­der, bis sie durch die Wirren des 20. Jahr­hun­derts aus­ein­an­der ge­ris­sen, in alle Rich­tun­gen ver­streut und teil­wei­se grau­sa­mes Schick­sal er­lei­den mussten. 

Die Reise führt die Kinder über vier Dörfer: das jü­di­sche Dorf Him­mel­s­tal, das pol­ni­sche Dorf Dembowa, über das ukrai­ni­sche Dorf Pol­jan­ka in die deut­sche Sied­lung Gott­liebs­dorf. Dort treffen sie auf Dorf­be­woh­ner, die ihnen etwas über das Dorf­le­ben, ihre Sprache und Kultur er­zäh­len, die ihnen Tänze vor­füh­ren und Lieder singen. Beim Finale wurde ein großes Fest der Dörfer ge­fei­ert, an dem auch die rund 120 an­we­sen­den Gäste im Pu­bli­kum teil­ha­ben durften. 

Das Thea­ter­stück ist eine Er­in­ne­rung an die Ge­schich­te der deut­schen Min­der­hei­ten im Osten. Eine bunte Mi­schung aus Schau­spiel, Tanz und Gesang. Es ist als eine Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen meh­re­ren kul­tu­rel­len In­itia­ti­ven ent­stan­den. Die Be­set­zung bestand aus der Kin­der­thea­ter­grup­pe der D.R.U.G. und Ju­gend­li­chen der Thea­ter­grup­pe des Ju­gend­zen­trums Ep­pin­gen. Regie führte Ka­tha­ri­na Mar­tin-Vi­ro­lai­nen, die in­spi­riert durch ihre Wol­hy­ni­en­rei­se im Sep­tem­ber 2018, das Thea­ter­stück ge­schrie­ben und eben­falls eine Rolle darin über­nom­men hat. Die Kin­der­tanz­grup­pe der D.R.U.G. sorgte mit ihrem pol­ni­schen Tanz für jede Menge gute Stim­mung im Saal und wurde dafür mit kräf­ti­gem Applaus belohnt. Die Tän­ze­rin­nen von Culture Cross­over be­geis­ter­ten das Pu­bli­kum mit einer Mi­schung aus Con­tem­po­r­a­ry mit klas­si­schen Ele­men­ten zur tra­di­tio­nell an­ge­hauch­ten ukrai­ni­schen Musik. Ein ab­so­lu­tes High­light war der Auf­tritt der Gast­chö­re aus Bayern, dem Chor der is­rae­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Nürn­berg Hawa Na­schi­ra und dem russ­land­deut­schen Chor Son­nen­klang aus Fürth, unter der Leitung von Arkadyj Pevtsov. Die Sän­ge­rin­nen und Sänger rührten mit ihrem Re­per­toire viele Gäste zu Tränen. Nach der Auf­füh­rung gab es von etwa 120 Zu­schau­ern einen to­ben­den Applaus und jede Menge Lob für die Mit­wir­ken­den. 

Wolhynien
Wolhynien
 

Zusätzlich zur Aufführung gab es für die Besucher eine Informationsausstellung zu Wolhynien: Fotos und Eindrücke einer Wolhynienreise, geschichtliche Fakten und historische Karten, Heimatbücher sowie weitere Literatur. Nach der Premiere haben die Zuschauer sich noch lange miteinander und den Mitwirkenden des Theaterstücks über die Eindrücke von der Premiere ausgetauscht. Vertreter der älteren Generation teilten ihre eigenen Erlebnisse mit, die sie als Deutsche aus dem Osten gemacht haben. 

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Mitwirkenden bedanken, die zum Gelingen dieses Theaterstücks beigetragen haben. Bei unseren Helfern und Unterstützer. Ganz herzlich auch bei unserem großartigen Publikum für ihr Interesse, die Anerkennung und die wundervollen Gespräche nach der Aufführung. Ein besonderer Dank gilt den Förderer unseres Theaterprojekts: Kulturreferat für Russlanddeutsche, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie der Friedlandhilfe, die das Projekt aus den Mitteln des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert hat.

Wolhynien
Wolhynien
 

Nicht jedem ist die Geschichte der Deutschen im Osten bekannt. Darüber wird leider viel zu selten gesprochen - und wenn, dann meistens in den eigenen Kreisen. Wer kennt sich schon mit der Geschichte der Deutschen in Polen, Rumänien, Tschechien oder auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion aus? Als Katharina Martin-Virolainen im September 2018 zum ersten Mal nach Wolhynien, in die alte Heimat ihrer Großmutter reist, ist sie überwältigt von der Schönheit der Landschaft, aber auch tief betroffen von der Geschichte der Menschen, die dort einst gelebt haben. Vor fünfzehn Jahren erfuhr sie, dass ihre Großmutter in der Ukraine geboren wurde und beschäftigt sich seitdem intensiv mit der eigenen Familiengeschichte. Nach dem Tod ihrer Großmutter beschließt sie nach Wolhynien zu fahren und das ehemalige Dorf aufzusuchen, wo ihre deutsche Vorfahren einst gelebt haben.

Die Schicksale der Wohlynier lassen Katharina Martin-Virolainen nicht los. Zurück in Deutschland tritt sie mit vielen Nachkommen von Wolhyniendeutschen in Kontakt - auch in ihrer eigenen Stadt und muss feststellen, wie wenig manche über ihre eigene Geschichte wissen. Angetrieben von diesen Gedanken, schreibt sie ein Theaterstück für Kinder und Jugendliche. Doch wie bringt man solch ein Thema kind- und jugendgerecht auf die Bühne? Eine schwierige Aufgabe, die ein engagiertes und talentiertes Team mit Bravour gemeistert hat. Nach wochenlanger Vorbereitungen, größtenteils zwischen den Feiertagen und in den Ferien, feierte das Theaterstück „Es war einmal in Wolhynien“ unter dem Dach der Deutsch-Russisch-Ukrainischen Gesellschaft Eppingen e.V. am 4. Januar im Evangelischen Gemeindehaus Eppingen seine Premiere.

Die Idee des Theaterprojekts ist auf viel Zuspruch gestoßen. Nicht nur aus den Reihen der russlanddeutschen Kulturschaffenden, sondern auch von Institutionen, die das Theaterprojekt unterstützt haben: Das Kulturreferat für Russlanddeutsche, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie die Friedlandhilfe, die das Projekt aus den Mitteln des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert hat. 

Nun plant Katharina Martin-Virolainen das Russlanddeutsche Kinder- und Jugendtheater Eppingen weiter auszubauen und hat bereits eine Idee für ein neues Theaterstück zu russlanddeutscher Geschichte. „Es gibt noch so viel zu erzählen. Viele Menschen befassen sich erst sehr spät mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Meistens dann, wenn es schon zu spät ist“, bedauert die Eppingerin. „Doch es ist nie zu spät zu erfahren, wer man wirklich ist. Aber auch nie zu früh, um damit anzufangen.“

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