Hier portraitieren wir für Sie Künstler aus unserer Region:

Nach dem Besuch im Atelier Försterling / Kubin in Eppingen, dem Besuch im Freiluftatelier von Jochen Diehm, des Portraits des Kunstmalers Harry van Essen, dem Maler Hinrich Zürn und dem Steinbildhauer Michael Fekete stellen wir Ihnen den Violisten Rostislaw Zadykowitsch vor. Als neuen Künstler in dieser Reihe ein Portrait von Ralph Nieling.

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Ralph Nieling:

Ralph Nieling selbst beschreibt seine Skulpturen und Plastiken als "modernen Jugendstil im 21. Jahrhundert". Die Erfindung des Jugendstils fällt etwa in die Jahre 1890-1914, es war eine internationale Kunstrichtung, die in Frankreich und in Belgien "art nouveau" benannt wurde, in England "modern style" und in Österreich "Sezessionsstil".

Als Gegenbewegung zum historisierenden, neo-klassizistischen Stil des 19. Jahrhunderts sucht man im Jugendstil nach neuen Formen, die alle Bereiche der Kunst und des Lebens durchdringen sollten. Die Grenzen zwischen den Künsten wurde aufgehoben. Handwerkliche Perfektion und Materialgerechtigkeit wurden zu zentralen Forderungen. Flächenhaftigkeit und die Betonung der Linie als dynamisch bewegtes Ausdrucksmittel sind herausragende formale Besonderheiten.

Gerade diese Merkmale findet man in Ralph Nielings Skulpturen deutlich wieder. Ralph Nieling arbeitet konsequent und reflektiert mit dem Material. Er vermeidet dabei jede Zufälligkeit oder spontan-unkontrollierte Wirkung. Unter seiner souverän und beherrscht arbeitenden Hand wird der Stein scheinbar mühelos zum Träger einer Idee, die der Künstler ihm aufprägt.

Der Jugendstil empfing ganz wesentliche Impulse unter anderem aus der Literatur. Hier ist die Affinität des Jugendstils zu der uneinheitlicheren und etwas älteren Stilströmung des Symbolismus wichtig, der als Kind der französischen Revolution bisweilen auch aggressiv antibürgerliche und antimoralische Momente in die Welt der Künste brachte.

Von dem französischen Literaten Jean Moreas stammt folgender Textauszug, der über die Absichten der symbolischen Poesie Auskunft gibt. Versuchen wir diesen kurzen Text, in dem es eigentlich über die Literatur handelt, als Folie vor den Skulpturen von Ralph Nieling zu lesen:

Feind allen Wortgeprägens, aller falschen Empfindsamkeit, aber auch aller objektivistischen Beschreibung, sucht die symbolische Poesie die Idee in eine sensitive Form zu kleiden, die aber nicht sich selbst genügt, sondern der Idee untergeordnet wird; die Form dient der Idee als Medium des Ausdrucks. (...) Die Bilder der Natur, die Taten der Menschen, alle konkreten Erscheinungen in dieser Kunst müssen sich nicht selbst sichtbar machen, sondern Sie werden durch sensitiv wahrnehmbare Spuren, durch geheime Affinitäten mit den ursprünglichen Ideen versinnbildlicht.
Ferner sagt er, dass es für die Übertragung dieser Synthese (von Idee und Form) eines urbildhaften und komplexen Stils bedarf.

Abstrahieren bedeutet bei Nieling nicht, aus formalen, äußerlichen Gründen unwichtiges hier und da fortzulassen, zu reduzieren sondern, auf die von ihm bewusst gesetzten, sensitiv wahrnehmbaren Spuren zu konzentrieren, welche die Idee aus dem Marerial zu uns sprechen lassen.

Ralph Nieling:

1960  geboren in Leverkusen,
78-81 Ausbildung zum Steinbildhauer und Restaurator
82-84 Bildhauerstudium bei Prof. W. Bergner, Heidelberg
85-89 Bildhauer und Restaurator in der Denkmalpflege
89     eigenes Atelier in Eppingen (Beginn der Ausstellungstätigkeit)
92-94 freier Mitarbeiter Fa. Kenngott international, Heilbronn (Innenarchitektur)
95     Gründung "Atelier für Innenarchitektur & Design in Naturstein"

Ausstellungen:

1990
Galerie Vogel, Knittlingen - "Großplastiken"

91
Werbezentrum Teamfoto, Eppingen - "Stein und Erde" mit Astrid Rudolf
Lichthof, Rathaus Heilbronn, Künstlerbund Heilbronn

92 + 93
Schloss Liebenstein - Künstlergruppe "Pilum"

95
Galerie Vogel, Knittlingen - "Körperwelten"

97 Gourmet - Restaurant Sperber, Albstadt - "Feminias"

98/99
Galerie Winter, Karsruhe - "Feminias, Hommage an die Weiblichkeit"

99
Galerie Böhner, Mannheim

00
Europ ´Art Genf, BB International Fine Arts
Hauptterminal, Flughafen Stuttgart

01
ART 2001, Zürich
Master-Club Karlsruhe

02
Hotel Sperber, Albstadt, mit Prof. Helmut Schuster
Kulturzentrum Ehingen - "Moderner Jugendstil im 21. Jahrhundert"
ART 2002, Zürich

03
Hoerner Bank, Heilbronn, mit Mina Gampel
Kunst Event, Antwerpen