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Ralph
Nieling selbst beschreibt seine Skulpturen und Plastiken als "modernen
Jugendstil im 21. Jahrhundert". Die Erfindung des Jugendstils fällt etwa in die Jahre 1890-1914,
es war eine internationale Kunstrichtung, die in Frankreich und in Belgien
"art nouveau" benannt wurde, in England "modern style"
und in Österreich "Sezessionsstil".
Als Gegenbewegung zum historisierenden, neo-klassizistischen Stil des
19. Jahrhunderts sucht man im Jugendstil nach neuen Formen, die alle
Bereiche der Kunst und des Lebens durchdringen sollten. Die Grenzen
zwischen den Künsten wurde aufgehoben. Handwerkliche Perfektion
und Materialgerechtigkeit wurden zu zentralen Forderungen. Flächenhaftigkeit
und die Betonung der Linie als dynamisch bewegtes Ausdrucksmittel sind
herausragende formale Besonderheiten.
Gerade diese Merkmale findet man in Ralph Nielings Skulpturen deutlich
wieder. Ralph Nieling arbeitet konsequent und reflektiert mit dem Material.
Er vermeidet dabei jede Zufälligkeit oder spontan-unkontrollierte
Wirkung. Unter seiner souverän und beherrscht arbeitenden Hand
wird der Stein scheinbar mühelos zum Träger einer Idee, die
der Künstler ihm aufprägt.
Der
Jugendstil empfing ganz wesentliche Impulse unter anderem aus der Literatur.
Hier ist die Affinität des Jugendstils zu der uneinheitlicheren
und etwas älteren Stilströmung des Symbolismus wichtig, der
als Kind der französischen Revolution bisweilen auch aggressiv
antibürgerliche und antimoralische Momente in die Welt der Künste
brachte.
Von dem französischen Literaten Jean Moreas stammt folgender Textauszug,
der über die Absichten der symbolischen Poesie Auskunft gibt. Versuchen
wir diesen kurzen Text, in dem es eigentlich über die Literatur
handelt, als Folie vor den Skulpturen von Ralph Nieling zu lesen:
Feind
allen Wortgeprägens, aller falschen Empfindsamkeit, aber auch aller
objektivistischen Beschreibung, sucht die symbolische Poesie die Idee
in eine sensitive Form zu kleiden, die aber nicht sich selbst genügt,
sondern der Idee untergeordnet wird; die Form dient der Idee als Medium
des Ausdrucks. (...) Die Bilder der Natur, die Taten der Menschen, alle
konkreten Erscheinungen in dieser Kunst müssen sich nicht selbst
sichtbar machen, sondern Sie werden durch sensitiv wahrnehmbare Spuren,
durch geheime Affinitäten mit den ursprünglichen Ideen versinnbildlicht.
Ferner sagt er, dass es für die Übertragung dieser Synthese
(von Idee und Form) eines urbildhaften und komplexen Stils bedarf.
Abstrahieren bedeutet bei Nieling nicht, aus formalen, äußerlichen
Gründen unwichtiges hier und da fortzulassen, zu reduzieren sondern,
auf die von ihm bewusst gesetzten, sensitiv wahrnehmbaren Spuren zu
konzentrieren, welche die Idee aus dem Marerial zu uns sprechen lassen.
Ralph Nieling:
1960 geboren in Leverkusen,
78-81 Ausbildung zum Steinbildhauer und Restaurator
82-84 Bildhauerstudium bei Prof. W. Bergner, Heidelberg
85-89 Bildhauer und Restaurator in der Denkmalpflege
89 eigenes Atelier in Eppingen (Beginn der Ausstellungstätigkeit)
92-94 freier Mitarbeiter Fa. Kenngott international, Heilbronn (Innenarchitektur)
95 Gründung "Atelier für Innenarchitektur
& Design in Naturstein"
Ausstellungen:
1990
Galerie Vogel, Knittlingen - "Großplastiken"
91
Werbezentrum Teamfoto, Eppingen - "Stein und Erde" mit Astrid
Rudolf
Lichthof, Rathaus Heilbronn, Künstlerbund Heilbronn
92 + 93
Schloss Liebenstein - Künstlergruppe "Pilum"
95
Galerie Vogel, Knittlingen - "Körperwelten"
97 Gourmet - Restaurant Sperber, Albstadt - "Feminias"
98/99
Galerie Winter, Karsruhe - "Feminias, Hommage an die Weiblichkeit"
99
Galerie Böhner, Mannheim
00
Europ ´Art Genf, BB International Fine Arts
Hauptterminal, Flughafen Stuttgart
01
ART 2001, Zürich
Master-Club Karlsruhe
02
Hotel Sperber, Albstadt, mit Prof. Helmut Schuster
Kulturzentrum Ehingen - "Moderner Jugendstil im 21. Jahrhundert"
ART 2002, Zürich
03
Hoerner Bank, Heilbronn, mit Mina Gampel
Kunst Event, Antwerpen
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