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Lehrer vorhanden - Schüler gesucht
"Irgendwann ist es an der Zeit, sein Wissen weiterzugeben", sagt Rostislaw Zadykowitsch, der damit nicht ausschließt, dieses noch weiter zu vervollkommnen. Für den Berufsmusiker und Musikpädagogen sind die Übergänge fließend. Der Schüler lernt zuerst vom Lehrer, dann von Mitschülern und letztendlich lernt der Lehrer von ihm. Bis es soweit ist, müssen viele Übungsstunden absolviert werden. Wer ein Instrument erlernen möchte, muss vor allem eins mitbringen: Fleiß. Das weiß der 32-Jährige aus eigener Erfahrung. Noch heute spielt er zwei bis drei Stunden Geige, um sein musikalisches Niveau zu halten.
Beruflicher Werdegang
Der Grundstock dafür wurde bei dem gebürtigen Ukrainer bereits in der Kindheit gelegt, in der er auf Drängen seiner Eltern Geige spielen lernte. Von 1986 bis 1990 studierte er am Nikolajewer Musikgymnasium und schloss sein Musikstudium 1995 am Staatlichen Prokofiew-Konservatorium in Donezek ab. Danach arbeitete er drei Jahre als Solist und Stimmführer für Violine beim Kammerorchester an der Nikolajewer Gebietsphilharmonie und kam vor fünf Jahren nach Deutschland. Hier konnte er erstmals seine pädagogischen Fähigkeiten einsetzen. Bis 2003 war er als Geiger im Projekt "Kulturwerkstatt" des THEPRA Landesverbandes Thüringen e.v. tätig.

Ein Instrument kann jeder erlernen
"Wir haben mit Musik Kinder und Jugendliche von der Straße geholt und sie wieder in die Gesellschaft integriert", erklärt Zadykowitsch, der bei dieser Arbeit viel Freude fand und erfahren hat, wie viel man mit Musik bewirken kann. Oft ist es damit gelungen, Kinder von weiterem Alkohol- oder Drogenkonsum abzubringen beziehungsweise sie davor zu bewahren. Auch mit behinderten Kindern hat er bereits viele Erfahrungen gemacht und weiß inzwischen, dass fast kein körperliches Handicap jemanden davon abhalten kann, ein Instrument zu erlernen und sich dies positiv auf die weitere Entwicklung auswirkt.

"Zu guter Musik gehört vor allem Lebendigkeit und Gefühl"
Dass er so schnell Kontakt zu jungen Leuten findet mag auch daran liegen, dass er die Begeisterung für junge Musik wie Heavy Metal, Rock und Pop genauso teilt wie die für große Klassiker. Der "gute Draht zueinander" ist eine förderliche Ausgangsbasis für den Unterricht. Wer sich mit seinem Lehrer gut versteht, kommt nicht nur gern zur Musikstunde, sondern ist auch konzentrierter und aufnahmefähiger als jemand, der damit nur dem Wunsch seiner Eltern entspricht. "Als Lehrer braucht man vor allem Geduld und Fingerspitzengefühl", so Zadykowitsch, der weiß, dass man mit Druck allein noch kein Instrument erlernt und dass selbst eine ausgefeilte Technik noch keine Garantie für einen guten Vortrag ist: "Zu guter Musik gehört vor allem Lebendigkeit und Gefühl".
Rostislaw Zadykowitsch unterrichtet an der Musikschule"Triangel" in Sulzfeld Violine und Geige.
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