EPPINGEN.org App
EPPINGEN.org App
 
 

Alles Gute zum 50-jährigen wünschen:

Volksbank Kraichgau
Walter und Söhner
Dieffenbacher GmbH
THM
 
planIT
E.G.O
Alwert, Bauer, Lahme & Partner Steuerberatungsgesellschaft
Bäckerei Stier
 
 

Neues aus der Region, Wirtschaft

Veröffentlicht am 10.04.2017, Eppingen

50 Jahre Gymnasium in Eppingen

Großes Exklusiv-Thema mit Infos, Geschichte und aktuellen Berichten zum Jubiläumsjahr

von EPPINGEN.org Redaktion

Hartmanni

Übersicht




Warum "Hartmanni"?

Seit Mitte 2006 heißt das Gymnasium offizielle „Hartmanni-Gymnasium Eppingen“. Hartmanni ist die lateinisch angehauchte Form von Hartmann, was soviel bedeutet wie der "Starke", "Mächtige", aber auch der "Standhafte". Diesen Namen wählten um 1450 entsprechend der vom Humanismus geprägten Mode der Zeit drei in Heidelberg studierende Söhne einer Eppinger Familie. Im Laufe des 15. Und 16. Jahrhunderts brachte die Familie Hartmanni namhafte Juristen hervor und besetze die höchsten Ämter an der Universität, in der Kirche und am Hof der Kurfürsten von der Pfalz in Amberg und Heidelberg.

Aufgrund ihres hohen Ansehens am kurfürstlichen Hof wurden sowohl Mitglieder der Familie im Chorumgang der Heiliggeistkirche neben den Mitgliedern der kurfürstlichen Familie beigesetzt. Bei der Zerstörung der Kirche im Pfälzischen Erbfolgekrieg sind auch ihre Epitaphien von den Truppen Mélacs zerschlagen worden.

Trotz des sozialen Aufstiegs und ihrer Zugehörigkeit zu den Führungsschichten der Politik, Kirche und Wissenschaft blieben die Hartmanni ihrer Heimatstadt verbunden. So steht im Stadtarchiv Eppingen über den Aktenbündel der Hartmann'schen Stiftung u.a. über den Kanzler Hartmanni: "Durch ihn wurde der Ankauf des Klosters Mühlbach für die Stadt zuwege gebracht."

Anzeige

Volksbank Kraichgau




Die Eckdaten der Schulgeschichte.

1421 Erstmalige Erwähnung einer Eppinger Lateinschule.

1834 Umwandlung in eine höhere Bürgerschule.

1869 Bezug des neuen Schulgebäudes im Rot in der Kaiserstraße.
das alte Schulgebäude im Rot in der Kaiserstraße

1887 Mädchen dürfen erstmals die höhere Bürgerschule besuchen.

1899 Umbenennung in Realschule.

1945 Umbenennung in Progymnasium (bis zur 10. Klasse).

1967 Das Progymnasium wird zum Gymnasium aufgestockt.
Vom Progymnasium zum Gymnasium
die Urkunde zur Einrichtung des Gymnasiums

1970 Abnahme der ersten Reifeprüfung.

1972 Bezug des Neubaus in der Adolf-Vielhauer-Straße.

2006 Fertigstellung des Anbaus.

2006 Umbenennung in Hartmanni Gymnasium Eppingen.

das alte Schulgebäude im Rot in der Kaiserstraße
das alte Schulgebäude im Rot in der Kaiserstraße
die Urkunde zur Einrichtung des Gymnasiums
die Urkunde zur Einrichtung des Gymnasiums
 

Anzeige

Anzeige THM




Festakt zum 50. Jubiläum

Ein feierliches Abendprogramm erwartete die Gäste des Festakts in der voll besetzten Stadthalle. Mit viel Humor schipperte der stellvertretende Schulleiter Bernd Eigenmann durch die künstlerisch anspruchsvollen Beiträge von ehemaligen und (Noch-) Schülern.

HGE 50

… mit der Bigband und Corinna Dengler als musikalische Reiseleitung auf nach „Leningrad“.

 

… Steicher-Hausmusik zum Jubiläum - Familie Ehrenberger gratulierte mit dem „Kanon in D“.

HGE 50
 

HGE 50

… “Quo vadis HGE?“ fragte sich Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Er lobte das sichere Navigieren der Schule durch bildungspolitische Stürme, in denen man nie die Orientierung verlor, thematisierte das Fortschreiten der Digitalisierung und verwies auf lebendige Schulpartnerschaften. Das Gymnasium bezeichnete er als „Ort der Demokratie“, an dem Grundwerte wie Freiheit, Respekt und Achtung der Menschenwürde vermittelt werden.

 

… mit stimmlicher Größe begeisterte die Opernsängerin Evelyn Hauck – die Musicalmelodien aus „Cats“ und „Don Carlo“ wurden von Béatrice Egele am Klavier begleitet.

HGE 50
 

HGE 50

… historischer Rückblick auf die Geschichte des „Palmbräugymnasiums“ – Reinhard Ihle spickte ihn mit kuriosen Geschichten.

 

… schonungslos benannte Franz Kowarsch „Ross und Reiter“ aus den harten Schuljahren 1962 – 1970, als Ohrfeigen eher Regel als Ausnahme waren; der Unterricht in die Wirtshäuser verlagert wurde und Streiche noch zum guten Schülerton gehörten.

HGE 50
 

HGE 50

… bewegendes Geburtstagsständchen von Marco Rödiger, der „Sounds of Silence“ ganz neu interpretierte.

 

… Blick auf pädagogische Forschungserkenntnisse - Professor Uwe Wagschal mit seinem Vortrag „Bildung zwischen Inklusion, Integration und Innovation“.

HGE 50
 

HGE 50
… exquisite Klassik - unter der Leitung von Professor Christa Meyer-Lüttgens brillierte das Blockfötenensemble.
 

… märchenhafte Klänge - an der Harfe verzauberte Annelie Michel mit Hasselmanns „La Source“ die Gäste.

HGE 50
 

HGE 50

… begeistert von der kurzweiligen Programmgestaltung – Schulleiter Uwe Wittwer-Gärtner dankte den Initiatoren.

 

… gelungener Ausklang mit großartiger Chormusik unter Leitung von Bernd Söhner und Timo Ducati.

HGE 50
 

Anzeige

Walter Söner




Auszüge aus der Rede von Reinhard Ihle anlässlich der Jubiläumsveranstaltung

„Progymnasium Eppingen wird Vollanstalt!“ so lautete am 9. Juni 1967 die Schlagzeile in der Eppinger Zeitung. Deshalb möchte ich zurückblicken, ihnen aber keine Chronologie der letzten 50 Jahre Gymnasiumgeschichte vortragen, sondern ihnen schildern wie es zur Gründung des Gymnasiums in Eppingen kam und dabei aus der Schule plaudern, aus den ersten Jahren des Gymnasiums. Also „Neues aus der Vollanstalt“ vor 50 Jahren.

Weiterlesen...

Der höhere Bildungsweg hat in Eppingen eine lange, ja außergewöhnliche Tradition. Schon 1421 wird die Eppinger Lateinschule erstmals erwähnt, also vor bald 600 Jahren, und damit früher, man beachte, als in den Städten der näheren Umgebung, wie z.B. Heilbronn oder Bretten. Ein nächstes Jubiläum steht 2021 schon an. Erwähnen möchte ich dabei die Eppinger Ratsherrenfamilie Hartmanni, deren Mitglieder nach dem Besuch der Eppinger Lateinschule und der Universität höchste Ämter am Kurpfälzischen Hof, in der Kirche und an der Universität Heidelberg erreichten. Es war eine gute Entscheidung, das Gymnasium Eppingen nach dieser hoch angesehenen Gelehrtenfamilie zu benennen.
Seit 1821 lässt sich die Geschichte unseres Gymnasiums lückenlos nachverfolgen. In diesen fast 200 Jahren wechselte aber oft der Name: Höhere Bürgerschule, Realgymnasium, Realschule, Elsenzschule, Realprogymnasium und bis vor 50 Jahren dann: Progymnasium Eppingen. Damit bin ich wieder in den 1960er Jahren angekommen. Und - damals stand das Progymnasium Eppingen vor dem Aus. 1960 gingen gerade mal 180 Schüler in 6 Klassen in die Schule und wurden von 10 Lehrern unterrichtet. Wer nach der Mittleren Reife das Abitur ablegen wollte, musste nach Sinsheim, Bretten oder Heilbronn wechseln, wobei Heilbronn wohl für die Eppinger damals nicht in Frage kam. Zwar erhöhte sich dann 1966/ 1967 durch die Einführung der beiden Kurzschuljahre die Schülerzahl auf fast 300, doch, meine Damen und Herren, das Progymnasium Eppingen war 1966 das einzige und damit das letzte Progymnasium im ganzen Bezirk des Oberschulamtes Karlsruhe. Das Aus drohte, denn der damalige Landesentwicklungsplan sah nur noch Gymnasien als Vollanstalten vor. Die Schließung des Progymnasiums Eppingen oder eine mögliche Umwandlung zur Mittelschule stand zur Diskussion.
Doch der bildungspolitische Abstieg konnte abgewendet werden. Nicht zuletzt die Eltern waren es, die sich für die Schule ihrer Kinder, für eine Aufstockung einsetzten und den Gemeinderat bewegten, sich mit dieser Angelegenheit zu befassen. Im September 1964 stand deshalb erstmals auf der Tagesordnung des Gemeinderats der Punkt: „Neubau des Progymnasiums und Ausbau zu einem Gymnasium“. Nach eingehender Diskussion wurde Heinz Faller, Elternvertreter und gleichzeitig Stadtrat, beauftragt, eine Denkschrift mit allen Beteiligten und Interessierten auszuarbeiten.
In Eppingen ging damals alles etwas beschaulicher zu. Über 1 ½ Jahre später, erst am 3. Mai 1966, beschloss dann der Gemeinderat in einer weiteren Sitzung einstimmig, den Neubau eines Gymnasiums und den Antrag zur Aufstockung des Progymnasiums Eppingen zur Vollanstalt zu stellen.
Mittlerweile stand an der Spitze der Stadt mit Rüdiger Peuckert auch ein neuer, junger Bürgermeister, der erkannte, wie wichtig es ist, in die Bildung zu investieren. Gemäß seinem Motto „gradaus- graddurch“ fuhr er im Juni 1967 zusammen mit dem Elternbeiratsvorsitzenden Dr. Gerd Lengeling gradaus nach Stuttgart, um mit Kultusminister Prof. Dr. Hahn persönlich die Eppinger Schulsache zu besprechen. Und beide kamen aus der Landeshauptstadt mit der frohen Botschaft zurück. Sie kennen ja die Schlagzeile der Eppinger Zeitung: „Progymnasium Eppingen wird Vollanstalt“ und zwar schon am 1. August.
1. August 1967 -ein historischer Tag in der Schulgeschichte der Stadt Eppingen, in der Geschichte unseres Gymnasiums.

Das musste damals, wie natürlich auch heute Abend nach 50 Jahren, gebührend gefeiert werden. Am 20. Juli 1968, einem Samstagvormittag, fand im evangelischen Gemeindehaus eine Feierstunde des Gymnasiums Eppingen aus Anlass der Aufstockung des Progymnasiums zur Vollanstalt statt.
Bei dieser Feierstunde hielt der Elternbeiratsvorsitzende Dr. Gerd Lengeling eine beachtenswerte Rede. Ich zitiere daraus: „Der Geist vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Lehrkörper, Schülern und Eltern ist lebendig. Dieser Geist gegenseitigen Vertrauens ist es auch, der uns mit Zuversicht erfüllt, wenn wir auf die Unruhe blicken, die heute weltweit die Jugend erfasst hat. Der beste Weg ist dabei das Gespräch mit der Jugend, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Der Leitsatz muss sein: Mit der Jugend, für die Jugend.“ Zitat Ende.
Ja, die Aufstockung unseres Gymnasiums fiel in eine unruhige Zeit, in die Zeit der 68er- Bewegung. Die Zeit, in der in Berlin, Frankfurt, München, Heidelberg oder anderen Universitätsstädten Studenten mit Protestmärschen und Blockaden gegen die verkrusteten Gesellschaftsstrukturen demonstrierten. Ihre Proteste richteten sich gegen das verstaubte Hochschulwesen, die große Koalition, den Vietnamkrieg und die fehlende Auseinandersetzung mit der NS- Vergangenheit.
Hat diese Unruhe auch die Jugend unserer neuen Vollanstalt erfasst, „die Jugend in der Kleinstadt- am Arsch der Welt“? Entschuldigen sie bitte diesen obszönen Ausdruck, aber ich zitiere nur den Titel eines Aufsatzes aus dem damaligen Schülermagazin „Underground“, das von 1968 bis 1970 bundesweit vertrieben wurde und das sich als linke Alternative zur Bravo präsentierte. Auch in Eppingen wurde „Underground“ gelesen und in der damaligen Schülerzeitung des Gymnasiums dafür geworben. Ja meine Damen und Herren, auch im beschaulichen Eppingen waren die Gymnasiasten damals aktiv. Ganz langsam spürte man hier eine gewisse Auflehnung, ein Hinterfragen starrer gesellschaftlicher Konventionen.
Gute Hinweise hierzu erhält man aus der Schülerzeitung des Gymnasiums Eppingen, der vermutlich ersten Schülerzeitung einer Eppinger Schule überhaupt.
Schon ihr Name war Programm: „Wühlmaus“- denn und ich zitiere aus der Zeitung: „wer eine Wühlmaus kennt, weiß mit welcher Ausdauer ein solches Tier schnüffeln kann, wie emsig sie zu Werke geht, welchen Tatendrang sie offenbart, mit welchem Misstrauen sie ihrer Umwelt begegnet, weiß, dass sie gar nicht anders kann, als Kritik zu üben, wo ihr etwas nicht passt. Habt acht, sie bohrt und bohrt im Untergrund.“
Während Underground in ihren Ausgaben den Schlagring der Woche an einen prügelnden Lehrer verlieh und Artikel wie: Von zu Hause weg- aber wohin? über Schülerkommunen, über Sexualität und Herrschaft oder die Jugend in der Kleinstadt- am A… der Welt“ berichtete, beschäftigte sich die Eppinger Ausgabe von Underground, die Wühlmaus, u.a. auch mit der Sexualaufklärung der Eppinger Schüler. Direktor Kountz schlug hierzu in einem Interview vor, die Sexualaufklärung seiner Eppinger Gymnasten sollte durch einen Arzt oder einen Geistlichen erfolgen. Im gleichen Interview begründete er auch sein Verbot einer Podiumsdiskussion mit dem SDS, dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund, die die SMV beantragte.
Weitere Themen in der hoch politischen, aber auch unterhaltsamen Wühlmaus, waren Antworten auf die Fragen: was ist ein Kommunist, wie ehemalige Nationalsozialisten wieder politisch aktiv sind oder weshalb man sich politisch engagieren sollte.

Der Höhepunkt der Eppinger 68er Schülerzeit am Gymnasium war zweifelsohne die Organisation und Durchführung eines Schulstreiks. Die SMV verteilte ein Flugblatt in dem man die Bildungspolitik des damaligen Kultusministers kritisierte und zum Streik des Unterrichts aufrief, um u.a. gegen die Einführung des Numerus Clausus, für die Einführung eines Zentralabiturs auf Bundesebene oder für mehr Geld für den Hochschulbau zu demonstrieren. Zwei Tage lang sind im April 1970 Eppinger Gymnasiasten in den Streik getreten, obwohl jedem Schüler eine Ordnungsstrafe von 500 DM angedroht wurde.

Lassen Sie mich noch ein weiteres Kapitel „Neues aus der damaligen Vollanstalt“ aufschlagen. Beginnen möchte ich dabei mit einem Schüler-Spruch. Kennen sie den? „Die Schule ist das Gebäude, in dem die eine Hälfte Geld verdient und die andere die Lust verliert.“
Ob Geldverdiener oder Lustverlierer, ein Gebäude braucht man, um diese Erfahrung zu spüren oder halt nicht. Und da sah es vor 50 Jahren in Eppingen so schlecht aus, dass wohl beide Parteien, Lehrer und Schüler, oft die Lust verloren. Die Raumnot im Gebäude an der Kaiserstraße, die Größe der Klassenzimmer, das Fehlen von Fachräumen, die beengte innerstädtische Lage machten ein ordentliches Unterrichten unmöglich. Unvergessen auch die sanitären Verhältnisse, ein Erlebnis für alle Sinne, vor allem den Geruchssinn.
Raumnot und ein zweiter schulischer Dauerbrenner: Lehrermangel. Lehrermangel war auch 1970 die Hauptsorge der Schulleitung und des Elternbeirats unseres Gymnasiums. Auf einer Tagung forderten die Eltern das Kultusministerium in einer Resolution auf, Maßnahmen zur besseren Versorgung des ländlichen Raumes mit Lehrkräften zu ergreifen, z.B. durch eine Landzulage oder Wohnungsförderung. Interessant- gerade in diesen Tagen wird dieses Thema im Stadt- und Landkreis Heilbronn heftig diskutiert, wie man der Presse entnehmen konnte. Eigentlich mal nichts Neues aus der Vollanstalt.

Es sollte dann noch 8 Jahre dauern, bis das neue, heutige Gymnasiumgebäude im Mai 1972 auf dem Eppinger Akropolis- Hügel der Bildung bezogen werden konnte. 7 Millionen DM kostete dieser moderne Bau, es war zu dem Zeitpunkt das größte kommunale Bauvorhaben.
Zwei Jahre zuvor, am 11. Juli 1970 wurde hierzu der Grundstein gelegt. Überhaupt wurde an diesem Tag kräftig gefeiert. Es war ein echter Feier- Marathon hier auf dem Schulhügel. Dazu gab es neben der Grundsteinlegung noch drei weitere Anlässe. 11. Juli 1970: der erste Eppinger Abiturjahrgang erhielt seine Zeugnisse und wurde aus der neuen Vollanstalt entlassen. Wie es sich für eine Premiere gehörte: alle 16 Oberprimaner hatten bestanden, zwei wurden mit einem Preis geehrt- eine reife Leistung. Und - das dürfte auch etwas Neues, Einzigartiges gewesen sein. Die ersten Eppinger Abiturienten schrieben ihre schriftlichen Prüfungen in einer Haftanstalt, im schon erwähnten ehemaligen Eppinger Gefängnis.
Dann wurden bei dieser Festveranstaltung in der Turnhalle der Hauptschule, die Eppinger Heimattage eröffnet und schließlich noch das Richtfest für das Hallenbad gefeiert.
Neues aus der Voll- Anstalt: Tausende Eppinger konnten das, einen Tag später, am 12. Juli 1970, live erleben. Neues aus der Voll- Anstalt - in einer farbenprächtigen und unterhaltsamen, pfiffigen und frechen, kreativen und geistreichen Präsentation ihres Gymnasiums zogen viele Schüler beim Heimattageumzug durch die Straßen unserer Stadt. Schon das Motto war damals signalwirkend: „Und wir sind ein modernes Gymnasium“. Die Forderung nach neuen Schulfächern wie Kosmetik, Mode, Tanz, die Wiedereröffnung der Eppinger Universität, mehr hübsche Lehrerinnen nach Eppingen, damals vielleicht nachvollziehbar, ausgefallene, schräge Verkehrszeichen als Hausordnung, der Appell: make love not war, der Freudenruf: Hurra wir sind aufgeklärt, oder die Gründung eines Schulhaschclubs ließen Gedanken an die 68er Zeit wieder aufleben. Auch wurde bei dieser Demonstration den Paukern die Macht genommen und sie selbst mussten die Schulbank wieder drücken. Sympathisch und selbstbewusst, vielleicht auch ein bisschen trotzig, zeigte sich hier das neue, moderne Gymnasium.
Und wir sind ein modernes Gymnasium- unter diesen Slogan möchte ich noch etwas Innovatives unbedingt erwähnen- etwas das wenige Jahre zuvor heute würde man sagen, als fächerübergreifende Projektarbeit, geschaffen wurde: die Erarbeitung und Erstellung eines Films mit dem Titel „Bauernkrieg im Kraichgau“. Das hat Schule gemacht. Einzigartig, prägend, unvergessen.
Die Aufstockung des Progymnasiums Eppingen vor jetzt 50 Jahren kam zwar spät, aber es war der richtige Schritt für die Jugend im ländlichen Raum. Die damaligen Stadträte haben letztlich doch erkannt was schon rund 500 Jahre zuvor und wir sind im Reformationsjubiläumsjahr, Martin Luther den politisch Verantwortlichen ins Gewissen geredet hatte. In seiner Schrift "An die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen", stellte er klar, was deren Einsatz für Bildung betraf und verpflichtete sie, der Jugend eine gute Ausbildung zu garantieren.

Anzeige

Bäckerei Stier



Symbolbild | Fotolia.de | Nr: 114341811 | Urheber: alexandrepicture
Symbolbild | Fotolia.de | Nr: 114341811 | Urheber: alexandrepicture

Von der Kreidezeit zum Smartboard

Erinnern Sie sich noch an das kreischende Geräusch von Kreide auf der Tafel? Damit ist seit einigen Jahren zumindest für die Jahrgangsschüler zum großen Teil Schluss, denn auch im Hartmanni-Gymnasium läuten längst die Technologieglocken. Dort hat man „step by step“ auf überdimensionale Touchscreens gesetzt.

Die Boards, die wie riesige Bildschirme anmuten, wurden anfangs in Zimmern installiert, in denen Naturwissenschaften unterrichtet wurden. Damit war man zumindest inhaltlich immer "up to date", denn Lerninhalte aus dem "world wide web" zeichnen sich vor allem durch ihre Aktualität aus und machen aus der statischen Lernstoffvermittlung ein spannendes Vergnügen.

Inzwischen verfügt das Gymnasium über 36 solcher interaktiver Tafeln, mit denen vorwiegend die Jahrgangsstufe unterrichtet wird. Auch wenn sich die Technik längst als wertvolles Unterrichtsmedium bewährt hat, so hat sie doch auch ihre Kehrseite, denn die Geräte sind recht wartungsintensiv, sodass Matthias Seiler und Peter Schneider oft mit dem Reparieren gar nicht nachkommen. Deshalb ist mit dem völligen Verzicht der grünen Tafeln und dem haptischen Schulbuch in naher Zukunft leider nicht zu rechnen, auch wenn man auf höchster Bildungsebene bereits so weit denkt, dass irgendwann alle Lerninhalte über eine Unterrichtsapp aufs Smartphone gebeamt werden.

Verwandte Artikel
Weitere Artikel dieses Autors

Zugehöriges Unternehmen

EPPINGEN.org Redaktion

EPPINGEN.org Redaktion

115.000 Mal gesehen!

Wussten Sie, dass Beiträge über unsere Kanäle bis zu 115.000 Personen erreichen?

Werben auf dem Marktplatz

Möchten auch Sie diese Reichweite für Ihre Anzeige nutzen?

weitere Glückwünsche

Alles Gute zum
50-jährigen wünschen:

Baugenossenschaft Familienheim Eppingen eG.
Arbeiter-Samariter-Bund
Kreissparkasse Heilbronn
 
Metzgerei Höfle
Stadt Eppingen
Villa Waldeck
 

Anzeige

ASB Karrierestart

Anzeige

Stadt Eppingen

Anzeige

KSK

EMPFEHLUNGEN DER REDAKTION

MEISTGELESENE ARTIKEL

EIN SERVICE VON PLAN IT

plan IT
 
 

IHR PARTNER FÜR WERBUNG IN DER REGION

EPPINGEN.org Marketing
 
 

ÜBER UNS

EPPINGEN.org ist dein Lokalportal für Eppingen und Umgebung.

Wir berichten täglich in Wort und Bild über Events,
Firmennews, Kulturelles und andere wichtigte Ereignisse aus dem Einzugsgebiet der großen Kreisstadt Eppingen.

Kontakt: info@eppingen.org

FOLGE UNS

sofort informiert mit der EPPINGEN.org App!
sofort informiert mit der EPPINGEN.org App!
 
 
loading